Interview – Maximilian Schubert Uhrmacher Darmstadt

Blogbeitrag 1 Maximilian Schubert Querformat Watch Out

Wo hast du gelernt?
In Hamburg, ich habe in meinem früheren Leben etwas ganz anderes gemacht, Schiffsbauer.

Und wie bist du vom Schiffsbau zu den Uhren gekommen?
Die Uhren haben mich schon als Kind interessiert, also als Jugendlicher habe ich schon gesammelt. Irgendwann habe ich mit Freunden dann einen Segelturn gemacht und dachte mir, irgendjemand muss ja Yachten designen, das wird wohl ein Schiffsbauer machen, Fehler (lacht). Dann hatte ich einen Job als Schiffstechniker, trotz meiner nicht beendeten Ausbildung. Das konnte ich dann aber wiederum gut, innerhalb von einem Wochenende habe ich dann zum Beispiel vom Schiffsmotor die Technik auswendig gelernt, weil ich Bock darauf hatte und das wollte. Ich habe dass dann ein Jahr lang gemacht, es war spannend, aber irgendwann hab ich gemerkt, dass das nicht das richtige ist. Ich hab mir dann gesagt, dass ich irgendwas machen muss, hab mich beraten lassen und bin dann bei Uhmacher gelandet. Die Liebe zum Beruf ist erst während der Arbeit gekommen.

Wie kommst du an deine Uhren?
Uhren die ich kaufe, um sie wieder zu verkaufen, muss ich meist nicht unbedingt reparieren, manchmal kann ich sie auch so lassen. Da kommen unterschiedliche Leute, das sind manchmal so fliegende Händler, dann ganz oft Leute die etwas geerbt haben, bei Haushaltsauflösungen etwas gefunden haben oder auch die, die eine Sammlung haben und die auflösen wollen.

Also trägst du privat dann überhaupt Uhren?
Ich trage wenig Uhren, also vielleicht 30 oder 40 Tage im Jahr, trage ich eine Uhr. Für mich ist eine Uhr auch ein Schmuck, früher war die Uhr ja wirklich ein Zeitmesser, heute ist es viel mehr Schmuck geworden und manchmal schmücke ich mich.

Ich hab schon gesehen, du trägst selbst keine Uhr?
Also ich habe viele Uhren, aber noch nicht so lange, also ich hatte eine Sammlung aber mit dem Beginn der Selbstständigkeit habe ich die verkauft, weil ich jahrelang gesagt habe: das geht nicht, dass ein Wirt anfängt seinen Wein zu trinken. Und weil ich auch Angst hatte, dass ich dann die ganzen besten Stücke für mich behalte und deswegen pleite gehe. Mittlerweile sehe ich das anders, weil ich muss mich ja auch um meine Altersvorsorge kümmern, und natürlich zieh ich mir die ein oder andere Uhr, die mir auch gefällt raus, halt als Altersversorgung.

Was für Uhren hast du da, und was interessiert dich überhaupt?
Ja das mit den Großuhren gehört natürlich auch mit zu meiner Arbeit, aber das finde ich halt einfach nicht so spannend. Also ich find die kleinen Uhren, je fitzeliger, je anstrengender, desto geiler finde ich das. Wenn ich mich richtig konzentrieren muss, versinke ich in diesem Mikrokosmos. Die Arbeit an Großuhren fühlt sich für mich eher grobschlächtig an.

 

 

Also eher Luxusuhren?

Ich gucke mir das Ganze mit den Luxusuhren auch sehr kritisch an, das ist auch das, wo ich manchmal dann an meinem Beruf zweifle. Also wenn ich den Kauf von einer Uhr für 140.000 € begleite, dann muss ich ignorieren, was man mit diesem Geld evtl. auch gutes anstellen könnte. Aber gut, das ist halt so, nicht jeder kann irgendwelche Berufe ausüben, wo man sagen kann ich bin mega wichtig.

 

 

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